Handschriftlich beschriebenes Notizbuch mit einem gelben Herbstblatt

Journaling-Ideen für den Herbst: 40 Fragen für Oktober und November

Ende Oktober ist es um halb sechs dunkel. Der Tag fühlt sich kürzer an, die To-do-Liste nicht. Und abends, wenn endlich Ruhe wäre, sitzt man vor dem Journal und weiß nicht, was man schreiben soll.

Dafür ist diese Liste da: 40 Journaling-Ideen für Oktober und November, sortiert nach dem, was diese Wochen typischerweise mit sich bringen. Du musst sie nicht der Reihe nach abarbeiten. Such dir eine Frage aus, die dich heute ein bisschen anspricht, und schreib fünf Minuten.

Der Oktober kann noch schön sein: farbenfroh und leuchtend, und es tut gut, sich langsam warm einzukuscheln. Der November dagegen ist mit seinen düsteren, nebelkalten Tagen für meine Stimmung der schwierigste Monat. Mir fehlen dann Licht und Wärme.

Warum Journaling-Ideen im Herbst anders sein dürfen

Im Januar schreiben viele über Ziele. Im Herbst passt etwas anderes: zurückschauen, sortieren, weniger vornehmen. Die Tage werden kürzer, und damit auch die Geduld mit großen Plänen.

Die Fragen unten sind deshalb eher klein. Sie wollen nicht, dass du dein Leben neu ordnest. Sie wollen, dass du kurz hinschaust, was gerade da ist. Wenn dich die dunkle Jahreszeit stärker beschäftigt, findest du im Artikel Journaling in der dunklen Jahreszeit mehr dazu, was wirklich gegen das Stimmungstief hilft.

Frau mit Wollschal notiert Journaling-Ideen in einem Café

10 Journaling-Ideen für den Übergang in den Herbst

  1. Was habe ich aus dem Sommer mitgenommen, das ich behalten möchte?
  2. Welche Gewohnheit darf mit dem Sommer gehen?
  3. Was fühlt sich gerade schwerer an als noch im August – und warum?
  4. Worauf freue ich mich in den nächsten acht Wochen, auch wenn es klein ist?
  5. Was brauche ich, damit sich meine Abende nicht nur nach Warten auf den Schlaf anfühlen?
  6. Welcher Raum in meiner Wohnung soll im Herbst mein Ort sein?
  7. Was habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, und was davon ist noch wichtig?
  8. Wofür möchte ich im Herbst weniger Energie ausgeben?
  9. Welche drei Dinge machen einen grauen Tag für mich ein bisschen besser?
  10. Wenn dieser Herbst gut wird – woran würde ich das im Dezember merken?

10 Fragen für dunkle Abende

  1. Was ist heute passiert, das ich sonst schnell vergessen würde?
  2. Was läuft gerade noch in meinem Kopf weiter, obwohl der Tag vorbei ist?
  3. Was davon kann bis morgen warten?
  4. Wann habe ich mich heute am wohlsten gefühlt?
  5. Was hat mich heute mehr Kraft gekostet, als es sollte?
  6. Welches Gespräch klingt noch nach?
  7. Was möchte ich morgen anders machen – nur eine Sache?
  8. Was habe ich heute für mich getan, auch wenn es nur fünf Minuten waren?
  9. Welcher Gedanke darf heute Abend auf dem Papier bleiben?
  10. Wie würde ich diesen Tag in drei Worten beschreiben?

Wenn du abends schreibst, reichen fünf Minuten. Warum gerade der Abend dafür so gut passt, beschreibe ich in Journaling am Abend.

10 Journaling-Ideen für Dankbarkeit im November

Dankbarkeit klingt im November manchmal nach Pflichtübung. Diese Fragen sind bewusst konkret, damit du nicht bei „Gesundheit, Familie, Dach über dem Kopf“ hängen bleibst.

  1. Welches Geräusch mag ich im Herbst besonders?
  2. Wer hat mir diese Woche etwas leichter gemacht, vielleicht ohne es zu wissen?
  3. Welches warme Getränk, welches Essen, welches Kleidungsstück rettet gerade meine Tage?
  4. Was ist mir heute gelungen, das niemand gesehen hat?
  5. Worüber habe ich diese Woche gelacht?
  6. Welcher Moment war heute ruhiger als erwartet?
  7. Was habe ich, das ich vor einem Jahr noch nicht hatte?
  8. Wem möchte ich diesen Monat noch Danke sagen?
  9. Was an meinem Zuhause mag ich gerade besonders?
  10. Welche Kleinigkeit würde mir fehlen, wenn sie morgen weg wäre?

Wenn du Dankbarkeit länger als ein paar Abende ausprobieren willst, findest du in Dankbarkeitstagebuch führen eine einfache Routine und 30 weitere Impulse.

10 Fragen, um das Jahr langsam abzuschließen

Der November ist ein guter Monat, um mit dem Rückblick anzufangen, bevor der Dezember voll wird.

  1. Welcher Monat in diesem Jahr war überraschend gut?
  2. Was habe ich in diesem Jahr gelernt, ohne es geplant zu haben?
  3. Welche Entscheidung war richtig, auch wenn sie sich schwer angefühlt hat?
  4. Wovon habe ich mich verabschiedet?
  5. Wer ist mir in diesem Jahr näher gekommen?
  6. Was hat mich mehr beschäftigt, als es verdient hat?
  7. Wann war ich stolz auf mich?
  8. Was möchte ich nicht mit ins neue Jahr nehmen?
  9. Welche Frage beschäftigt mich gerade am meisten?
  10. Was wünsche ich mir für die letzten Wochen dieses Jahres?

Für einen ausführlicheren Blick zurück habe ich 24 Fragen in vier Blöcken zusammengestellt: Jahresrückblick schreiben.

Das Jahresjournal von Lune and Leaf Journals zwischen Trockenblumen und einer Tasse auf einem Holztisch

So nutzt du die Journaling-Ideen, ohne dich zu überfordern

  • Eine Frage pro Abend reicht. Du musst nicht alle vierzig schaffen.
  • Schreib Stichworte, wenn dir ganze Sätze zu viel sind. Stichworte zählen auch.
  • Wenn eine Frage nichts in dir auslöst, überspring sie. Nicht jede Frage passt zu jedem Tag.
  • Leg dir einen festen Moment fest, zum Beispiel nach dem Abendessen oder mit dem Tee vor dem Schlafengehen.

Mein fester Moment: Im Herbst schreibe ich am liebsten abends im Bett, wenn die Kinder schlafen.

Wenn du dir für solche Fragen einen festen Rahmen wünschst: Im Jahresjournal wartet für jeden Tag eine Frage, ohne festes Datum. Du kannst also genau jetzt im Herbst anfangen.

Eine Frage für heute Abend

Nimm dir Frage 5 aus dem ersten Block mit: Was brauche ich, damit sich meine Abende nicht nur nach Warten auf den Schlaf anfühlen? Du musst sie heute nicht beantworten. Es reicht, wenn du einen ersten Satz aufschreibst.